Susanne Brandt

   
  
 
  
    
  
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  Foto: Lothar Veit

Foto: Lothar Veit

Wir standen am Bahngleis,
frierend
aus der Fahrplanroutine
herausgeworfen,
im Warten nie gut.

Nur einer von uns,
der kannte sich aus
mit durchkreuzten Plänen,
hatte Visionen
von möglichen Wegen,
wenn nichts mehr geht.

Dieser eine, der Fremde,
aus Syrien geflohen,
war mit allem vertraut,
barg grenzenlos Wärme im Mantelfutter,
teilte sie aus,
konnte der Zeit kleine Sprünge entlocken
bis wir lachend vergaßen,
was warten heißt
für einen Moment.

Später
als endlich der Zug kam,
hasteten wir zum gewohnten Gleis,
schauten uns um,
wollten winken

und fanden ihn nicht.
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